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Jugendliche und AIDS sind Thema

Jugendliche und AIDS sind Thema
Die erste Liebe, die Ungewissheit vor dem „ersten Mal“ und Gefühlschaos – das kennen alle Teenager. Doch was, wenn man selbst HIV-infiziert ist? In Filmen und Büchern erhalten wir einen Einblick in das Leben Jugendlicher mit HIV-Infektion und AIDS.

„Lebe wohl, meine Tochter (Schmetterlingskuss)“

„Fickende Fische“

Viele Jugendliche sind auch im Jahr 2009 nur ungenügend über HIV und AIDS informiert. Dabei ist die Krankheit schon über 20 Jahre bekannt! Ein Großteil ist der Meinung, die Krankheit sei ein „Problem der anderen“. Sie nehmen die Gefahr für sich selbst nicht wahr. Viele glauben, die Krankheit sei behandelbar und verzichten auf Kondome. Dabei kann jeder von uns das nächste Opfer sein. Die hier in Film und Buch vorgestellten Jugendlichen hatten keine Möglichkeit, sich vor einer Infektion mit dem HI-Virus zu schützen. Ihre Schicksale sollen Anstoß geben, sich in das Leben junger Menschen hineinzuversetzen, die von dieser Krankheit betroffen sind. Denn denkt daran: AIDS kann tatsächlich jeden treffen!

„Lebe wohl, meine Tochter (Schmetterlingskuss)“

Das Buch „Lebe wohl, meine Tochter“ von Colette Guedj aus dem Jahr 2000 beschreibt den langen Abschied einer Mutter von ihrer Tochter, die infolge einer HIV-Infektion stirbt. In der Hardcover-Ausgabe trägt das Buch den Titel „Schmetterlingskuss“, womit der letzte Lidschlag gemeint ist, den die Autorin von ihrer sterbenden Tochter auf ihrer Wange spürt.

Als Neunzehnjährige wird Muriel nach einem Unfall auf dem Weg zur Universität in Nizza durch eine Bluttransfusion mit HIV infiziert. Zunächst bleibt die Infektion von ihr unbemerkt – lebensfroh, neugierig und mit großen Zukunftsplänen gestaltet sie ihr Leben weiterhin nach ihren Wünschen. Nach ihrem Studium geht sie nach Kanada, kommt dort in ein Krankenhaus und erfährt hier – als mittlerweile Zweiundzwanzigjährige – von ihrer HIV-Infektion. Nach dem Ausbruch der Erkrankung begleitet ihre Mutter sie auf ihrem schweren Weg, bis Muriel am Abend vor ihrem siebenundzwanzigsten Geburtstag stirbt. Mit ihrem Buch hat Colette Guedj sechs Jahre nach dem Tod ihrer Tochter eine persönliche und bewegende Liebeserklärung an ihr Kind geschaffen. Bemerkenswert ist, dass sie dabei nicht versucht, mit den Personen abzurechnen, die für die verunreinigte Blutkonserve verantwortlich sind. Guedj schafft es vielmehr, eine von Optimismus geprägte Erinnerung an ihre Tochter ins Leben zu rufen, die ihr zugleich dabei hilft, mit dem eigenen Schmerz umgehen zu können.

Ein lesenswertes Buch, das mit Warmherzigkeit und Gefühl beeindruckt.

„Fickende Fische“

„Fickende Fische“ ist ein deutscher Film aus dem Jahr 2002 und provoziert mit seinem ungewöhnlichen Namen. Regisseurin Almuth Getto hat diesen Titel allerdings sehr bewusst gewählt, „denn in diesem Bild […] ist alles enthalten, worum es in diesem Film geht – die erste Liebe, die Ungewissheit vorm ersten Sex, das nebeneinander von sensiblen Gefühlen und hartem Schicksal.“

Jan ist 16 Jahre alt, als er nach einem Unfall eine Blutübertragung braucht. Die Folge: Er ist HIV-positiv. Die Krankheit macht ihn zu einem schüchternen Einzelgänger, der sich in die blauen Tiefen der Unterwasserwelt flüchtet. Die dunkle, stille und nasse Welt voller Fische ist für ihn Zufluchtsort und „Paradies“. So verbringt er zuhause die meiste Zeit mit der Pflege der Aquarien in seinem Zimmer und mit der Beobachtung ihrer „Bewohner“. Zudem taucht er gerne im nahe gelegenen See. Sein einziger Vertrauter ist sein humorvoller und abenteuerlustiger Großvater. Jans Eltern sind eher konservativ, von seiner Mutter wird er überbehütet und dadurch ständig an seine Krankheit erinnert. Arztbesuche und die Einnahme unzähliger Medikamente bestimmen sein Leben. Ohne Zukunftsperspektive und ohne Hoffnung fordert Jan sein Schicksal unablässig heraus: Mal überquert er mit geschlossenen Augen eine stark befahrene Kreuzung, mal balanciert er auf dem Geländer einer Brücke, mal hört er unter Wasser einfach auf zu atmen.
Doch dann trifft Jan auf Nina. Zwischen den beiden Teenagern, die zunächst sehr unterschiedlich erscheinen, entwickelt sich eine zarte Liebesbeziehung. Jan stößt dabei emotional an seine Grenzen: Er ist völlig überfordert mit seinen Gefühlen für Nina, dem Wissen um seine Krankheit, dem Gefühl, eine „tickende Zeitbombe“ zu sein und Nina anstecken zu können, und der Angst davor, ihr von seiner Krankheit zu erzählen und sie dadurch eventuell zu verlieren. Als Nina schließlich von Jans Krankheit erfährt, scheinen sich seine Ängste tatsächlich zu bewahrheiten...

Der Film „Fickende Fische“ ist „eine romantische Liebesgeschichte mit tragischem Hintergrund“, bei der man zeitweise durchaus lachen kann. Die Filmbewertungsstelle Wiesbaden beschrieb den Film als „besonders wertvoll“, und es gab mehrere Auszeichnungen wie beispielsweise den „Deutschen Filmpreis für das beste verfilmte Drehbuch“ im Jahr 2003.