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Vorsicht, ansteckend!

Vorsicht, ansteckend!
Wusstest du eigentlich, dass sich in Deutschland jedes Jahr rund 3.000 Menschen mit Syphilis infizieren? Und das ist nur eine von vielen weit verbreiteten sexuell übertragbaren Krankheiten. Doch wenn man rechtzeitig damit zum Arzt geht, sind die meisten von ihnen gut behandelbar.

Gonorrhöe („Tripper“)

Chlamydien-Infektion

Syphilis („Lues“)

Hepatitis B

HIV und Aids

Feigwarzen

Scabies („Krätze“)

Juckende Geschlechtsteile, eitriger Ausfluss – sicherlich gibt es angenehmere Gesprächsthemen. Doch Syphilis, Gonorrhöe, Feigwarzen und andere sexuell übertragbare Krankheiten können jeden treffen! Sie sind in Deutschland weit verbreitet und hoch ansteckend. In vielen Fällen können Kondome eine Ansteckung verhindern, doch auch sie geben keine hundertprozentige Sicherheit. Damit du keine Angst vor unerwünschten Folgen haben musst, ist es wichtig, deinen Körper gut zu kennen und verantwortungsvoll mit ihm umzugehen. Dazu gehört auch, zum Arzt zu gehen, sobald du erste Anzeichen bemerkst. Im Zweifel auch bei leichten Beschwerden. Denn: Bei rechtzeitiger Behandlung heilen die meisten Krankheiten völlig aus und Folgeschäden können verhindert werden. Wichtig dabei ist, dass auch dein Partner mitbehandelt wird. Vor dem Gang zum Arzt brauchst du dich übrigens nicht zu schämen: Für Ärzte sind Anblicke dieser Art ganz alltäglich.

Doch welche sexuell übertragbaren Krankheiten gibt es in Deutschland und wie kann man sie erkennen? Einen Überblick über einige davon findest du hier:

Gonorrhöe („Tripper“)

Gonorrhöe ist weltweit eine der häufigsten Geschlechtskrankheiten und hoch ansteckend. Sie wird durch Bakterien (so genannte „Genokokken“) hervorgerufen und durch Schleimhautkontakt übertragen. Charakteristisch dafür ist ein eitriger Ausfluss aus dem Penis oder der Scheide. Auch Brennen beim Wasserlassen sind häufige Symptome. Manchmal treten aber auch gar keine oder nur sehr leichte Symptome auf. Deshalb wird die Krankheit in einigen Fällen nicht erkannt. Das kann schwere Spätschäden wie Unfruchtbarkeit, Fehlgeburten oder die Entzündung verschiedener Organe zur Folge haben. Wird die Erkrankung rechtzeitig erkannt, kann sie jedoch mit Antibiotika behandelt werden und heilt normalerweise völlig aus. Wichtig ist, dass auch dein Partner mitbehandelt wird.

Chlamydien-Infektion

Chlamydien sind Bakterien, von denen es viele verschiedene Arten gibt. Diejenigen, die für Infektionen an den Genitalien verantwortlich sind, lösen eine Entzündung der Harnröhre aus. Die Folgen sind Schmerzen beim Wasserlassen und schleimiger Ausfluss. Chlamydien sind extrem weit verbreitet – vor allem unter jungen Menschen. Bei Frauen wird die Erkrankung häufig nicht entdeckt. Trotzdem kann sie weitergegeben werden! Wird sie nicht behandelt, kann es zu einer Verengung der Harnröhre oder Verklebung der Eileiter kommen. Doch rechtzeitig erkannt kann sie durch Antibiotika völlig geheilt werden. Wichtig ist auch hier, dass dein Partner mitbehandelt wird!

Syphilis („Lues“)

Syphilis ist eine sehr ernste Erkrankung. Unbehandelt kann sie zu schweren Organschäden, zum Beispiel an Herz, Gehirn, Augen oder Knochen führen und sogar tödlich enden. Lange Zeit war die Krankheit nicht sehr weit verbreitet, doch seit Beginn der 1990er Jahre nimmt sie wieder deutlich zu. In Deutschland gibt es rund 3.000 Neuinfektionen pro Jahr! Syphilis äußert sich durch Geschwüre an den Geschlechtsorganen, Lippen, im Mund, Rachen, am Darmausgang oder selten auch an den Fingern. Die Krankheit ist höchst ansteckend! Die Bakterien können sogar beim Küssen übertragen werden, wenn sich ein Geschwür im Mund befindet. Es ist also sehr schwer, sich davor zu schützen. Glücklicherweise kann die Krankheit in jedem Stadium durch Antibiotika völlig geheilt werden. Bereits Bestehende Organschäden können aber nicht mehr rückgängig gemacht werden. Auch hier ist es wichtig, dass dein Partner mitbehandelt wird. Und weil die Inkubationszeit (das heißt die Zeitspanne zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Krankheit) sehr lang ist, sollten auch mögliche vorherige Sexualpartner benachrichtigt werden.

Hepatitis B

Hepatitis B ist eine Entzündung der Leber, die durch Viren verursacht wird. Sie ist hoch ansteckend und kann durch fast alle Körperflüssigkeiten übertragen werden – auch durch Speichelkontakt beim Küssen. Häufig wird Hepatitis B zu Beginn nicht erkannt, weil die Beschwerden denen einer leichten Grippe ähneln. In 90 Prozent der Fälle heilt die Krankheit von selbst wieder aus. Sie kann jedoch auch chronisch verlaufen und zu einer Leberzirrhose oder Lungenkrebs führen und sogar tödlich enden. Vor allem im Frühstadium kann Hepatitis B mit Medikamenten gut behandelt werden. Der Beste Schutz davor ist aber eine Impfung.

HIV und Aids

Aids (die Abkürzung für „Acquired Immune Deficiency Syndrome“) ist eine durch das HI-Virus hervorgerufene Schwächung des körpereigenen Abwehrsystems. Der Virus wird durch Blut, Samen oder Scheidenflüssigkeit übertragen. In Deutschland lebten im Jahr 2008 etwa 63.500 Infizierte. Obwohl Wissenschaftler auf der ganzen Welt daran arbeiten, kann Aids bislang noch nicht geheilt werden. Der Ausbruch der Krankheit kann durch eine medikamentöse Behandlung jedoch um etwa zehn Jahre verzögert werden. Der beste Schutz vor HIV sind nach wie vor Kondome.

Feigwarzen

Feigwarzen werden durch einen bestimmten Typ der Humane Pappilomviren (HPV) ausgelöst. Der Virus führt zu warzenartigen Gebilden am Glied, an der Scheide oder am Darmausgang, die flächig zusammenwachsen oder sich zu großen Geschwulsten entwickeln können. Die Übertragung erfolgt durch intensiven Körperkontakt oder die so genannte „Schmierinfektion“ – zum Beispiel über Handtücher. Feigwarzen können mit verschiedenen Methoden behandelt werden. Doch auch nach der Therapie ist es möglich, dass sie erneut auftreten.

Scabies („Krätze“)

Die Hautkrankheit Scabies wird durch Milben ausgelöst, die sich in die obere Hautschicht der Menschen eingraben und sich dort von Zellflüssigkeit ernähren. Krätzemilben kommen weltweit vor und werden insbesondere in Familien oder Gemeinschaftseinrichtungen schnell verbreitet. Ein einziges Weibchen reicht aus, um die Krankheit auszulösen. Die Übertragung erfolgt in der Regel über Geschlechtsverkehr, ist aber auch durch die gemeinsame Benutzung von Bett, Kleidung oder Handtücher möglich. Nach ungefähr vier Wochen kommt es zu einem heftigen Juckreiz. Der ist in erster Linie auf eine allergische Reaktion gegen die Milbenausscheidungen und zerfallenden Körper toter Milben zurückzuführen. Auf der Haut treten juckende Knötchen und Pusteln auf. Scabies kann mit chemischen Mitteln behandelt werden. Es ist aber wichtig, dass dein Partner und alle anderen Familienmitglieder oder Mitbewohner ebenfalls behandelt werden. Kleidung und Bettwäsche sollten bei 60 Grad gewaschen werden. Empfindliche Kleidung, Plüschtiere oder Ähnliches können in der Tiefkühltruhe eingefroren werden.

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